Urwaldpfad Fotoautor Juliane Müller

Die Natur ganz neu entdecken

Natur im Schiefergebirge

Das Besondere (der Lebensraum)


Häufig stehen in Schutzgebieten Tiere, Pflanzen oder Pilze in den Vordergrund. Hier in den Schieferbrüchen der Region ist es aber eine andere Situation, die den Schutzzweck begründet:
Die locker aufgeschütteten Halden und klüftigen Brüche bestehen nur aus blankem Gestein, Wasser fließt schnell ab oder bildet lebensfeindlich saure Seen. Das dunkle Gestein heizt sich ungemein auf und die Winter sind lang und kalt. Was soll hier wachsen, wer kann hier leben?
In der Tat schaffen das nur absolute Spezialisten wie die Gesteinsflechten, die hier erste organische Substanzen bilden, auf denen dann Moose und weitere Pflanzen siedeln. Dies aber braucht extrem lange. Für eine erste Humusschicht braucht es Jahrzehnte.

Korallenpilz Klöppel

Kleines und Feines (Flechten, Moose, etc.)

Wir nehmen sie kaum wahr, sehen sie höchstens als braunen Schmutzfleck auf Steinen oder als graugrüne Schicht an einem Baum –
Flechten begegnen uns häufiger, als wir denken. Der „Belag“ auf Steinen oder die „Fusseln“ an Ästen in feuchten, kühlen Wäldern sind häufig Vertreter dieser Einheit (Symbiose) aus Pilzen und Algen und haben enorme Überlebenskraft. Alles, was sie brauchen, ist saubere Luft, etwas Feuchtigkeit und Sonnenlicht. Damit schaffen sie ein Wachstum von 1 Millimeter bis 1 Zentimeter – im Jahr!
Gleichzeitig sind Flechten Nahrungsgrundlage für schöne Schmetterlinge. Einige Flechten, die hier in Lehesten wachsen, findet man erst wieder in Norwegen. Dort gehören sie zur Nahrung der Rentiere.

VDN-Ilona-Kompanik

Die „Großen Unsichtbaren“

Sie sind groß, aber kaum zu sehen. Wir kennen sie nur aus Zoo und Fernsehen: die Greiftiere zu Land und in der Luft.
Luchs, Turmfalke und Uhu bewohnen den Staatsbruch schon seit langer Zeit und haben sich hier an die Anwesenheit des Menschen gewöhnt, denn im Naturschutzgebiet werden sie nicht gestört.
Die Menschen wandern hier nur auf den gekennzeichneten Wegen und achten so auf die Ruhebereiche. So ist ein friedliches Nebeneinander mit den eleganten und faszinierenden Tieren möglich.

Staatsbruch VDN-Reklov

Noch mehr zum Staunen

Es gibt hier mehr Ungewöhnliches, als man auf den ersten Blick ahnt. Nicht nur die Tiere, die sich vornehmlich nachts zeigen, sind interessant. Auch ganz normale Fichten können hier überraschen. Auf den Halden haben sie eine seltsame Wuchsform entwickelt:
Die untersten Äste wachsen breit gefächert und bedecken einen großen Radius. Damit schützen diese Flachwurzler ihren Wurzelbereich vor übermäßiger Wärme, Verdunstung und Nährstoffausspülung. Das sieht man sonst nirgendwo.